11 Juni 2010 von Oliver

Rabattaktionen und eCommerce-Provider: Was es zu beachten gilt.

Okay, meine letzten beiden Artikel zum Thema 24-Rabattverkäufe waren vielleicht etwas Baumarkt-lastig, aber hoffentlich trotzdem informativ.

Heute möchte ich kurz ein etwas sachlicheres Problem bei der Veranstaltung solcher Rabattaktionen ansprechen. Denn auch bei der Wahl und beim Setup des Zahlungsdienstleisters gibt es hier einige Stolperfallen. Wer sich die Arbeit gemacht hat, einen eigenen Shopping Cart zu implementieren und Zahlungen sozusagen selbst abwickelt, hat es hier sich einfacher. Wer aber auf einen oder mehrere der zahllosen eCommerce-Dienstleister zurückgreift, sollte dringend weiterlesen.

Veranstaltet man eine 24h-Aktion nicht selbst, sondern mittels einer Website wie BitsDuJour, dann möchte dieser Partner in der Regel einen guten Teil vom Kuchen ab haben und als Affiliate für die hoffentlich zahlreichen Verkäufe agieren. Schlecht ist das nicht, denn mit einer erfolgsabhängigen Provision legt sich der Partner sicher mehr ins Zeug, wenn es um Präsentation und Bewerbung unserer Software geht.

Einige Zahlungsdienstleister bieten Affiliate-Systeme an, bei denen man sich selbst um praktisch nichts mehr kümmern muss. Affiliates legen dazu beim jeweiligen Dienstleister entsprechende Accounts an. Man selber muss die gewünschten Affiliates in der Regel zunächst freischalten und ihnen einen Provisionssatz zuweisen. Der Affiliate ruft dann die Checkout-Seite des Produkts zumeist über eine spezielle, mit seiner Affiliate-ID präparierte URL auf. Der Dienstleister zieht die Provision beim Hersteller ab und bucht sie auf das Konto des Affiliates. Auch die Auszahlung des Affiliates übernimmt der Dienstleister, was insbesondere bei Partnern im nichteuropäischen Ausland für unsereins recht hilfreich sein kann.

Diese Leistung übernehmen einige Zahlungsdienstleister gratis, andere lassen sich die Zusatzleistung jedoch auch bezahlen. Wer ohnehin mit verschiedenen Unternehmen zusammenarbeitet, tut also gut daran, sich über die Kosten vorab zu informieren, und dann ggf. nur den günstigsten Anbieter für die Rabattaktion zu wählen. Ich arbeite z.B. mit zwei Anbietern, wobei der eine Affiliate-Provisionen kostenlos abrechnet, der andere zusätzliche 2% des Produktpreises dafür abschlägt.

Ein weiteres Auswahlkriterium mag deren Preismodell sein. So mag Provider A mit 5% + $3 für den Originalpreis von $70 günstiger sein, Provider B mit 10% + $1 aber beim rabattierten Preis von $30 die bessere Wahl. Ich schalte beispielsweise bei meinem Provider für die Zeit solcher Aktionen bei bestimmten Produkten zum günstigeren Preismodell um. Solche Überlegungen mögen auf den ersten Blick nach “Ein Dollar mehr ist nicht die Welt” aussehen. Aber wenn man mit Rabattverkäufen Zahlen einiger hundert Käufe anvisiert, dann kann sich eine solche Überlegung schon auszahlen.

Ist der Anbieter gewählt, wird man der Rabatt am Einfachsten mittels eines Coupons gewähren. Der Affiliate (oder man selbst auf der eigenen Website) kann den Coupon wiederum unsichtbar in seine Kauf-Links einbauen. Von einem temporären Umsetzen der Produktpreise rate ich ab. Einerseits aus dem im vorangegangenen Artikel schon erwähnten Geiz-Phänomen (Ich möchte vermeiden, dass Kunden den Rabatt bekommen, die eigentlich von der Aktion gar nichts wussten, sondern einfach zufällig an diesem Tag die Bestellung abschicken). Andererseits können Coupons normalerweise ganz leicht konfiguriert und auch zeitlich eingeschränkt werden, sodass das Zurückstellen der Preise nicht erforderlich ist.

Den Coupon definiere ich mit Gültigkeit ab sofort (damit der Checkout-Prozess getestet werden kann, und mir Überraschungen erspart bleiben) bis 1-2 Tage über den geplanten Termin hinaus. Damit erspare ich mir die Überprüfung, in welcher Zeitzone mein eCommerce-Provider rechnet, und in welcher Zeitzone mein Sale beworben wurde. Denn, einen Coupon schon für ungültig zu erklären, wenn bei uns Mitternacht ist, wäre unschön, wenn nicht fatal, wenn man bedenkt, dass an der Ostküste dann erst früher Abend ist und an der Westküste gerade der Nachmittag anbricht.

Ausserdem habe ich mir angewöhnt, noch einen zweiten Coupon anzulegen, der noch etwa eine Woche länger gültig ist, und den ich aus Kulanz auch nach Ablauf der Aktion noch herausgeben kann. Denn keine Aktion verläuft ohne Nachzügler, die dann mit herzerwärmenden Geschichten auch Tage danach noch um den Rabatt bitten. Klar kann ich hier antworten, wenn das Angebot im lokalen Supermarkte weg ist, dann ist es eben weg, und so funktioniert auch mein Sale. Aber trotzdem können einige Begründungen auch mal plausibel klingen (allen voran technische Probleme beim Kauf, jaja…). Nicht zu vergessen ist auch die Frage, ob die Klientel, die bei Rabattaktionen zuschlägt, dann wirklich auch zum vollen Preis kaufen würde. Also: Etwas tolerant und spendabel sein, zwei zufriedene Kunden sind mehr Wert als ein unzufriedener!

Zu guter Letzt kann man noch überlegen, ob man für die Dauer der Aktion auch noch einen attraktiven Upsell oder Cross Sell anbietet. Mehr darüber folgt hier in Kürze…

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