02 November 2009 von Oliver

NAS oder nicht NAS? RAID oder nicht RAID?

NAS
Was ich vom Thecus N3200 halte, fragte mich der Thomas letzte Woche.

Ja, keine Ahnung, ich kenn den Herrn Thecus nicht persönlich. Und die vielen NAS (Network Attached Storage) Tests in der c’t hat er wohl auch schon gelesen.

Will er sich also ein NAS zulegen? Na, ein paar generelle Tipps kann ich da schon geben:

NAS oder einfach eine Server-Kiste hinstellen

Ich selber habe übrigens kein NAS, sondern einen Server-PC (Win2003) in den ich einen Hot-Swap SATA Drive Cage eingebaut habe, mit RAID-Controller. Das gibt mir die Möglichkeit, auf der Kiste auch Anwendungen, wie eine Datenbank laufen zu lassen.

Beim NAS müssen alle Daten über’s LAN. Betreibt man Server-Anwendungen, die wie wild Daten durchschaufeln, kann eine lokale Installation mehr Sinn machen. Allerdings gibt es auch schon NAS, auf denen z.B. ein MySQL-Server installiert werden kann. Aber ob man da nicht bald an die Grenzen der Flexibilität stößt?

Trotzdem mag ich generell die Idee vom NAS. Man hat ein isoliertes System als zentralen Speicher. Das System funktioniert oder funktioniert nicht. Geht es nicht, tauscht man das NAS aus, übernimmt die Platten. Wie hier die Migration auf anderen/neuere NAS-Modelle aussieht ist natürlich wieder ein anderes Thema. Eventuell macht es gar Sinn, sich zwei identische NAS hinzustellen.

Ich habe auf meinem Server übrigens den Fehler gemacht, das Betriebssystem des Servers zwar auf eigener Partition, aber doch mit auf die Speicherplatten zu packen. Würde ich nicht mehr machen. Eine Extra-Platte für’s OS. So, dass ich die Server-Hardware jederzeit austauschen kann, und nur die HDs umstecken muss.

Ach ja, und Going Green mag auch noch ein Thema sein: Vom Stromverbrauch ist das NAS wahrscheinlich günstiger.

RAID?

RAID (gespiegelt) hilft nur, wenn eine Festplatte plötzlich die Grätsche macht. Schleichende Fehler im Dateisystem spiegelt das RAID auf alle Platten (das Problem kenn ich aber nur von Linux, unter Windows noch nie gesehen). Jedoch kann man eine Platte aus dem RAID nicht einfach rausnehmen und ohne RAID-Controller an einen anderen Rechner hängen. Ein schneller Zugriff auf die Datenplatten, falls der gesamte Rechner oder der RAID Controller mal streikt, ist also nicht möglich. Dann muss man erst ein Ersatzsystem mit RAID-Controller aufbauen. Das Problem relativiert sich, wenn man die gleiche Server-Hardware mehrfach rumstehen hat.

Trotzdem fühle ich mich mit RAID irgendwie besser. HDs sind bei mir schon viele kaputt gegangen. Man muss halt dazu eine Backup-Strategie haben, bei der man auch ohne spezielle Hardware ans Backup kommt.

Ausbaufähigkeit

Man überlege, wie viele HD-Slots reichen. Das Ding soll ja eine Weile stehen bleiben. Ein Teil zu kaufen, bei dem schon von Anfang an alle Slots belegt sind, macht evtl. keinen Sinn. Oder man setzt eben auf Redundanz und kauft eher zwei kleine, als ein großes NAS.

Festplatten

Ich würde NAS und HDs unbedingt separat kaufen. Erstens weiß man dann, welche Platten drin sind. Für solche Dauerläufer würde ich Server-HDs kaufen. Die kosten zwar das Doppelte, aber was soll’s. Dafür sind sie für 24×7-Betrieb ausgelegt. Kauft man die Platten separat, hat man auch weniger Ärger im Gewährleistungsfall. Andernfalls könnte der Händler sagen, schicken Sie mir das ganze Gerät zurück.

Na also, Thomas, wenn das mal keine Kaufberatung war… ;-)

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